Stellungnahme zur Veranstaltung „Kohleabbau stoppen! – Aktionstraining“

Nachdem uns eine Presseanfrage bezüglich des Aktionstrainings Kohleabbau stoppen!  erreicht hat, möchten wir über die Hintergründe und Ziele des Workshops informieren. Dieser steht im Zusammenhang mit dem Braunkohletagebau im so genannten Rheinländischen Braunkohlerevier. Dieser Abbau fossiler Brennstoffe steht den Zielen des Klimaschutzes diametral gegenüber. Die Nutzung von Braunkohle hat durch die Emission immensen Mengen von Treibhausgasen sowohl globale Folgen, als auch lokale Folgen für Landschaft, Anwohner*innen und Biodiversität. Der Studierendenvertretung der Humanwissenschaftlichen Fakultät (StAVV) ist es, im Sinne der Erhaltung einer zukunftsfähigen und lebenswerten Umwelt, ein Anliegen friedliche und zivilgesellschaftliche Protestformen zu unterstützen. Da es bei Demonstrationen zu rechtlichen Verstößen oder körperlichen Verletzungen kommen kann, war Ziel der Veranstaltung über Rechtsgrundlagen und Verhalten bei einer Demonstration zu informieren. Vorrangig geht es uns dabei um Praktiken des Selbstschutzes und der präventiven Deeskalation. Aus Sicht des StAVV betreffen diese rechtlichen Fragen beispielsweise  das Versammlungsrecht, jedoch auch die Aufklärung über Verhalten, welches die Polizei verpflichtet einzugreifen. Bei dem Aktionstraining sollte es um unter anderem um folgende Fragen gehen: „Wie verhalte ich mich auf einer Demo?“, „Was nehme ich mit?“ oder „Wie ist meine rechtliche Lage?“ [1]

Die inzwischen beschlossene Absage der Veranstaltung in den Räumlichkeiten der Universität zu Köln halten wir für bedenklich und bedauern wir. Gegenwärtig suchen wir nach einem anderen Ort um die Veranstaltung nachzuholen.

 

Gez. der StAVV und Campus Grün Köln

[1] https://www.facebook.com/events/1786502508027360/?acontext=%7B%22action_history%22%3A%22[%7B%5C%22surface%5C%22%3A%5C%22page%5C%22%2C%5C%22mechanism%5C%22%3A%5C%22page_upcoming_events_card%5C%22%2C%5C%22extra_data%5C%22%3A[]%7D]%22%2C%22has_source%22%3Atrue%7D

Veranstaltungsreihe „Bildung & Emanzipation“

Bildung und Emanzipation – Veranstaltungsreihe

Für das Sommersemester 2017 haben wir die Veranstaltungsreihe „Bildung & Emanzipation“ organisiert, in der wir uns mit emanzipatorischer Bildung auseinandersetzen wollen. Dabei soll die Bildungisdee als Verwirklichung emanzipativer Subjektwerdung, Bewusstwerdung des Menschen selbst und der gesellschaftlichen Verhältnisse dargelegt werden. Ein Blick in die Bildungsinstitutionen verrät, dass die dortige Praxis mit diesem emanzipatorischen Anspruch unvereinbar ist.

Doch warum nehmen wir heute nur noch die Verfallserscheinungen des Bildungsideals wahr? Wir wollen Ursachen und Bedingungen dafür untersuchen und kritisch reflektieren. Welche Rolle spielen gesellschaftliche Zwänge und der Wettbewerb in Schule und Universität? Welches Potential birgt der Bildungsbegriff noch heute? Der Markt gilt in der aktuellen Bildungsdebatte als Garant für eine bessere Bildung. Die Vorstellung von Output-orientiertem Lernen, der Kompetenz-Wahn und die Entwicklung zur unternehmerischen Hochschule machen deutlich, dass Wissen und Bildung auf instrumentell anwendbare Fähigkeiten und Inhalte reduziert wird. Wir wollen die gesellschaftlich-politischen Prozesse analysieren, kritisieren und über Möglichkeiten und Bedingungen einer emanzipatorischen Bildung diskutieren.
Als Referent*innen der Reihe konnten wir Daniel Burghardt, Freerk Husiken, Caroline Butterwegge und Gerhard Stapelfeldt gewinnen.

Herzlich laden wir euch ein, mit uns zu diskutieren:

Die Veranstaltungen finden an der Humanwissenschaftlichen Fakultät der Universität zu Köln statt und stehen allen interessierten Menschen offen.


 

23.05.2017

Bildung, Wahn, Gesellschaft:
Analyse und Kritik des Bildungsbegriffs
 Vortrag und Diskussion mit Daniel Burghardt
 
Der Vortrag skizziert den Bildungsbegriff von seinen Anfängen bis zu seinen neoliberalen Verfallserscheinungen: Dabei werden sowohl einzelne Konzepte (von Humboldt über Adorno und Heydorn bis Foucault) vorgestellt, als auch gemeinsame und gesellschaftliche Bestimmungs- und Widerspruchsmomente nachvollzogen.
 
Daniel Burghardt, Dr. phil. ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Bildungsphilosophie, Anthropologie und Pädagogik der Lebensspanne an der Universität zu Köln. Seine Arbeitsschwerpunkte sind: Erziehungs- und Bildungsphilosophie, Kritische Pädagogik und Psychoanalytische Pädagogik.
https://www.facebook.com/events/1310559275657876/
 
 Veranstaltungsort: H 123 im HF-Hauptgebäude

01.06.2017
Noten, Punkte, Zensuren, Zeugnisse:
Jeder kritisiert sie, keiner will sie wirklich abschaffen!
Zur Kritik des schulischen Sortierungswahns
Vortrag und Diskussion mit Freerk Huisken
 
Was auch kein Wunder ist, denn alle gängigen Beschwerden über die Ziffernnoten in der Schule nehmen Partei für den Zweck, dem sie dienen:
Wer Noten für wenig aussagekräftig hält, der will die schulische Herstellung von Unterschieden zwischen den Schülern nicht angreifen, sondern nur besser begründen.
Wer die Ziffernnoten mit ihrem Raster von 1 bis 6 für zu grob erklärt, der möchte die Sortierung des Nachwuchses nach Gymnasium und Restschulen nicht kritisieren, sondern bis auf zwei Stellen nach dem Komma genau ausrechnen.
Wer die Notengebung für ungerecht erachtet, der hat nicht etwa entdeckt, dass bei ihr die individuelle Leistung gar nicht für sich beurteilt wird, sondern der ist erst zufrieden, wenn jeder Schüler zufrieden ist, d.h. sich einbildet, seine Note würde seine Leistung gerecht ausdrücken.
Wer die prognostische Funktion der Notengebung bezweifelt, der hat nichts dagegen, dass mit ihrer Hilfe immer noch knapp der größte Teil des Nachwuchses von weiterführender Bildung ausgeschlossen wird, sondern der stört sich allein daran, dass dennoch immer wieder etliche der Schulsieger auf dem Gymnasium vorzeitig das Handtuch werfen – und damit auch noch der Schulpolitik unproduktive Kosten bereiten.
Und wer schließlich den durch Notengebung erzeugten Konkurrenzdruck beklagt, der stellt sich glatt die Zensuren ohne Konkurrenz vor: Wie soll denn ein Lernen für Noten, das jeden Schüler zwingt, besser zu sein als seine Mitschüler; das ihn dazu anhält, sie auszustechen, ihnen den Schulerfolg, den man selber erkämpfen will, zu bestreiten und zwar mit allen hässlichen, aber in der Konkurrenz üblichen Mobbing- und sonstigen Techniken;….wie soll das alles ohne Konkurrenz und den Druck, der nun einmal dazu gehört, veranstaltet werden?
 
Warum das so ist und warum sich daran auch bei all den Schulreformen, die Noten und Zeugnisse durch irgendeine schriftliche Form der „Leistungsbeurteilung“ ersetzen, nichts geändert hat, das lernen angehende Lehrer nicht. Sie werden eben nur darauf vorbereitet, es zu machen – per diagnostisch ausgefeilter Notengebung Schicksal spielen. Und dabei dürfen sie ganz fürchterlich auf die Notengebung schimpfen. Das haben sie im Studium gelernt. Im Job lernen sie dann noch die nächste Lehrerkritik an den Noten: Die Zensurengebung würde sie daran hindern, ihrer eigentlichen Profession, der Erziehung und Bildung, nachzugehen. Von wegen „hindern“! Die Verteilung des Nachwuchses auf die ganz gegensätzlichen Karrieren der Klassengesellschaft ist zentraler Gehalt von Erziehung und Bildung in der hiesigen Staatsschule.
 
Die Veranstaltung ist Teil der Reihe „Bildung & Emanzipation“
https://de-de.facebook.com/events/256596108082251/
 
Ort: H 121 im HF-Hauptgebäude

13.06.2017

Bildungsungleichheit im deutschen Bildungssystem
Vortrag und Diskussion mit Dr. Carolin Butterwegge
 
Im Oktober 2016 schreibt der Mannheimer Soziologe Harmut Esser in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung Erstaunliches. Das von Bildungsforscher_innen und Pädagog_innen viel kritisierte deutsche Bildungssystem sei gar kein Aufstiegshindernis für junge Migranten. Eine systematische Benachteiligung sei nicht erkennbar [1].
 
In dem Vortrag soll es um den tatsächlichen Stand der Benachteiligung und um die Aufstiegschancen von Kindern aus niedrigeren sozialen Schichten – im speziellen Migranten – im deutschen Bildungssystem gehen. Dabei soll der Fokus auf der Stigmatisierung und institutionellen Diskriminierung von sozial benachteiligten Kindern und Jugendlichen im sowohl im deutschen Bildungssystem allgemein, als auch konkret in der Kölner Bildungslandschaft gehen. Welche aktuellen Entwicklungen sind zu erkennen? Welche politischen Ansätze zum Umgang mit dem Problem sind zu beobachten? In einem weiteren Rahmen soll es schließlich um die Fragen der Chancengleichheit gehen.
 
Dr. Carolin Butterwegge war kinder- und landespolitische Sprecherin im Parteivorstand der Partei DIE LINKE. Von 2010 bis 2012 saß sie für DIE LINKE im nordrhein-westfälischen Landtag. 2009 legte sie ihre Promotion über Armut von Kindern mit Migrationshintergrund an der Universität Duisburg-Essen nieder. Aktuell lehrt sie an der Humanwissenschaftlichen Fakultät der Universität zu Köln im Bereich „Erziehungs- und Sozialwissenschaften – Internationale Lehr-/ Lernforschung”.
 
[1] http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/schulsystem-der-mythos-der-bildungsungleichheit-ist-falsch-14488602.html
https://www.facebook.com/events/993636267433141/
 
Die Veranstaltung ist Teil der Reihe „Bildung & Emanzipation“ und findet in Kooperation mit der Hans-Böckler-Stipendiaten Gruppe Köln statt.
Ort: H123 im HF-Hauptgebäude

28.06.2017
Kritik der neoliberalen Universität
Vortrag und Diskussion mit Gerhard Stapelfeldt
Bildung, einst die Utopie der Emanzipation, ist unter dem Neoliberalismus zur Einübung eines autoritären Verhaltens und eines gesellschaftlichen An­alphabetismus verkommen.
Die Utopie der Bildung versprach ursprünglich, daß der Mensch durch seinen Aufstieg zur Gottesebenbildlichkeit sich selbst und seine Welt durch Ver­nunft zu bilden vermöchte: einem Bildhauer gleich. Bildung ist: höchste theoretische Einsicht in die Welt als Ganze, praktische Verwirklichung des Menschen als Menschen, der Gesellschaft als eines vernünftigen „Vereins freier Menschen“ – so daß der Mensch sich seiner selbst und seiner Verhält­nisse bewußt ist. Als Prozeß ist Bildung: Kritik des herrschenden Bewußt­seins, praktische Kritik der herrschenden Verhältnisse – Aufklärung durch das „Ändern der Umstände“ und „Selbstveränderung“ ineins (Marx: 3. These ad Feuerbach). Diese Utopie wurde geboren in der griechischen Antike, auf­genommen und radikalisiert in der Renaissance, leitende Utopie in der Epo­che der liberalen Aufklärung – um am Ende des 19. Jahrhunderts in der Aus­bildung von Menschen zu Maschinenmenschen in einer Maschinengesell­schaft unterzugehen. Die theoretische und praktische Negation der Utopien der Bildung: des gebildeten Individuums und der vernünftigen Gesellschaft, hat seitdem einige Stadien durchlaufen bis hin zum herrschenden allgemei­nen Irrationalismus, dem die gesellschaftliche Welt als unbegreifbar gilt.
Die neueste Gestalt der Negation dieser Utopien durch den gesellschaftlichen Fetischismus ist der zur Globalisierung verallgemeinerte Neoliberalismus: die neoliberale Wissensgesellschaft, die sich durch die neoliberale Univer­sität reproduziert. In ihr wird der Wettbewerb eines jeden gegen jeden, die Selbstvermarktung eines jeden eingeübt, so daß sich jeder zum Mittel für fremde Zwecke formt. Nicht Nächstenliebe, nicht weltbürgerliche sympa­theia, nicht Solidarität, sondern der Kampf eines jeden gegen jeden ist das Programm. Darum galt schon um 1970 der Wettbewerb im ‚Bildungssystem’ als ein jeder „humanen Erziehung entgegengesetztes Prinzip“ (Hellmut Becker, Th. W. Adorno: Erziehung zur Entbarbarisierung. 1968)
 
Vortrag und Diskussion mit Prof. Dr. Gerhard Stapelfeldt. Er lehrte von 1979 bis 2009 am Institut für So­ziologie der Universität Hamburg und arbeitet seitdem als freier Schriftsteller in Hamburg.
 
https://www.facebook.com/events/1242233735872778/
Die Veranstaltung ist Teil der Reihe „Bildung & Emanzipation“
Ort: H 123 im HF-Hauptgebäude

Tagesseminar: Die theoretischen Grundlagen des Rechts- und Linkspopulismus

Tagesseminar mit Dr. Ingo Elbe
(Anmeldung erforderlich)

Die theoretischen Grundlagen des Rechts- und Linkspopulismus

04.03.2017 – Köln – Alte Mensa – 11:00 Uhr bis 18:00 Uhr

Seminarinhalte:

1) Was ist Populismus? Allgemeine Kriterien 2) Demokratie von rechts? Carl Schmitt als Vordenker des Rechtspopulismus 3) Gibt es einen Linkspopulismus? Die politische Theorie von Chantal Mouffe und Ernesto Laclau 4) Autoritärer Charakter und populistische Agitation. Erklärung und Kritik populistischer Ideologien in der Kritischen Theorie der Frankfurter Schule

Populistische Bewegungen sind weltweit auf dem Vormarsch. Gegen ‚die korrupten Eliten‘ wird an den ‚wahren Volkswillen‘ appelliert, der nicht durch formale Wahlverfahren ermittelt wird und dessen Inhalt die populistischen Führerinnen und Führer letztlich eigenmächtig und autoritär festlegen. Das Seminar gibt einen Überblick über prominente Theorien des Rechtspopulismus und ihrer linkspopulistischen Gegenspieler. Im Zentrum stehen dabei die Fragen, welche antiparlamentarischen und antidemokratischen Elemente rechtspopulistische Anrufungen des Volkes transportieren, welche Strategien rechtspopulistische Agitatoren verwenden und wie der Aufstieg des Rechtspopulismus überhaupt zu erklären ist. Dabei wird zunächst der Beitrag von Carl Schmitt, dem Vordenker des Rechtspopulismus und einer faschistischen Artikulation des Demokratiebegriffs, untersucht. Auf dieser Grundlage werden die ProtagonistInnen des aktuellen Linkspopulismus, Chantal Mouffe und Ernesto Laclau, vorgestellt, deren Begriff des Politischen und ‚postmarxistische‘ Theorie des Populismus von Bewegungen wie Syriza oder Podemos aufgegriffen wurden. Es wird die Frage gestellt, in welchem Verhältnis diese linkspopulistischen Theorien zum Rechtspopulismus stehen und ob sie eine brauchbare Alternative zu diesem darstellen. Insbesondere das Phänomen einer an Laclau und Mouffe anknüpfenden ideologischen Querfront, einer „productive convergence of the far Right and the far Left“, wie es eine amerikanische Philosophin mit begeisterter Zustimmung ausdrückt, soll kritisch thematisiert werden. Schließlich wird mit Rekurs auf die Theorie des autoritären Charakters von Erich Fromm und Theodor W. Adorno sowie Leo Löwenthals Analyse faschistischer Agitatoren ein weiterer Erklärungsansatz für rechtspopulistische Ideologien, Bewegungen und Strategien vorgestellt, der jeden Populismus als antiemanzipatorisch kritisiert.

Zur Person: Dr. Ingo Elbe ist wissenschaftlicher Mitarbeiter und Privatdozent an der Carl von Ossietzky-Universität Oldenburg. Letzte Publikationen zum Thema: Paradigmen anonymer Herrschaft. Politische Philosophie von Hobbes bis Arendt. Würzburg 2015; Rezension zu Jan-Werner Müller: Was ist Populismus? Ein Essay. http://www.rote-ruhr-uni.com/cms/Jan-Werner-Muller-Was-ist.html; „Politische Macht, Faschismus und Ideologie. Ernesto Laclaus Auseinandersetzung mit Nicos Poulantzas“. In: A. Hetzel (Hg.): Radikale Demokratie. Zum Staatsverständnis von Chantal Mouffe und Ernesto Laclau. Baden-Baden 2017

Aus organisatorischen Gründen bitten wir um vorherige Anmeldung (Betreff: Populismus) unter stavv-kontakt@uni-koeln.de. Die Teilnahme ist kostenlos. Gerne stellen wir euch einführende Texte zum Thema zur Verfügung.

Weitere Informationen auch auf Facebook:

https://www.facebook.com/events/163753934119715/

Klimanwandelwochen an der Humanwissenschaftlichen Fakultät 16.01-27.01.17

Vom 16.01-27.01.17 finden an der Humanwissenschaftlichen Fakultät die Klimanwandelwochen statt:

Der Klimawandel ist in aller Munde.
Überall auf der Welt finden sich jeden Tag Menschen zusammen um aktiv für eine nachhaltige und lebenswerte Zukunft einzustehen. Doch ein echter Wandel zur Nachhaltigkeit ist noch nicht erreicht.

Wie können wir Klimaschutz zu einer gesellschaftlichen Selbstverständlichkeit machen?
Was können wir selbst dabei tun?

Mit diesen und weiteren Fragen wollen wir uns während der Klimawandelwoche auseinandersetzen.

Folgendes Programm erwartet euch:

16. – 27.01.17 Ausstellung: Klima.Wandel.Wissen, im Foyer der HumF

19.01, 19:00 Uhr: Diskussion mit Germanwatch Referent Alexander Reif: Wandel mit Hand und Fuß. Wirkungsvolle Ansätze und Hürden für den Klimaschutz von unten:

Der Klimawandel passiert genau jetzt. Der Weg hin zu einer nachhaltigen Gesellschaft scheint unendlich lang – und trotzdem finden sich überall auf der Welt Menschen die sich für eine lebenswerte Zukunft einsetzen.

Was können wir selbst beitragen? Wie können wir Klimaschutz zu einer gesellschaftlichen Selbstverständlichkeit machen? Wer ist für die dafür notwendigen Rahmenbedingungen verantwortlich? Welche Strukturen können wir selbst verändern?

Mit diesen und weiteren Fragen setzt sich Alexander Reif, Referent der Umwelt und Entwicklungsorganisation Germanwatch, am 19.01.17 gemeinsam mit uns auseinander.

Dabei stellt er uns sein Konzept des Germanwatch Hand Print vor – ein Ansatz, der den Fokus auf wirksame Stellschrauben für Veränderung legt. Es geht um die Werkzeuge und die Praxis des „Wandel-machens“ mit dem Ziel der Veränderung bleibender Strukturen. Wie können wir unserer individuellen Fähigkeiten anwenden, um unsere Gesellschaft zukunftsfähig zu gestalten?

Hauptgebäude der Humanwissenschaftlichen Fakultät, Hörsaal H121 (ehemals H1)

Nähere Informationen hier: https://www.facebook.com/events/1837793446508800/

 

 

23.01.17, 19:30 Uhr: Vortrag mit Lothar Galow-Bergmann: Wer vom Kapitalismus nicht reden will, sollte von Nachhaltigkeit schweigen. Warum wir mit „unserer Wirtschaft“ nie eine ökologisch, ökonomisch und sozial nachhaltige Gesellschaft erreichen werden.

Alle sind für Umweltschutz, aber die Müllberge werden immer größer. Alle sind für soziale Gerechtigkeit, aber Kinder- und Altersarmut nehmen zu. Alle wünschen sich mehr freie Zeit zum Leben, aber müssen immer mehr und länger arbeiten. Niemand will die Krise, aber keiner kriegt sie in den Griff. Es mangelt nicht an gutem Willen, dieser verhängnisvollen Dynamik etwas entgegen zu setzen. Doch immer wieder stoßen entsprechende Initiativen an unüberwindlich scheinende Grenzen. Wunsch und Wirklichkeit in dieser Gesellschaft gehen oft so weit auseinander, dass sich die Frage aufdrängt, ob sie möglicherweise ganz grundsätzliche Konstruktionsfehler hat. Diese liegen in einem Wirtschaftssystem, das nur funktionieren kann, wenn es buchstäblich die ganze Welt seinen Zielen Wachstum, Arbeit und Profit unterwirft. Gegen den Kapitalismus sind viele. Aber haben sie auch etwas von dem verstanden, das diesem -ismus den Namen gibt – vom Kapital? Der Referent beleuchtet grundlegende Funktionsweisen des Kapitalismus und wirft dabei auch einen kritischen Blick auf oberflächliche Formen eines nur vermeintlichen „Antikapitalismus“ sowie auf gut gemeinte „Alternativvorschläge“, die regelmäßig an der Funktionsweise „unserer Wirtschaft“ scheitern. Will man eine bessere Welt schaffen, muss man erst einmal verstehen, wie die jetzige tickt.

Lothar Galow-Bergemann war langjähriger Personalrat in zwei Großkliniken
und schreibt u.a. in Jungle World, konkret und auf www.emafrie.de

Hörsaal H1 im Hauptgebäude der Humanwissenschaftlichen Fakultät

https://www.facebook.com/events/1664311983862208/

 

26.01.17: Finissage mit Filmvorführung: Power to Change – Die Energierebellion. Die Geschichte eine demokratischen und nachhaltigen Energiewende von unten. Weiteres hier: https://www.facebook.com/events/1241230679280165/

 

Falls ihr die Humanwissenschaftliche Fakultät nicht kennt, findet ihr nähere Informationen zu den Veranstaltungsorten: https://www.hf.uni-koeln.de/31725

 

 

 

 

INTROS – 17.01.2017 Einführung in Faschismustheorien

INTROS – Einführung in Faschismustheorien
Vortrag und Diskussion mit Mathias Wörsching

In vielen Gesellschaften weltweit haben derzeit politische Strömungen Konjunktur, die sich der Extremen Rechten zuordnen lassen. Es handelt sich dabei um Reaktionen auf Krisen des modernen Kapitalismus.Was die extrem rechten Strömungen bewirken – nämlich gesellschaftlichen Stillstand und Rückschritt, Abschottung, Ausgrenzung, Vertreibung, Krieg, Terror und Massenmord – verschärft die globalen Krisenerscheinungen noch zusätzlich und gibt Nationalismus, Rassismus und religiösem Fanatismus weiteren Auftrieb. Schon wird die Befürchtung geäußert, die Menschheit stünde am Beginn einer neuen Epoche des Faschismus.

In Zeiten wie diesen steigt das Interesse an theoretischen Verständnis- und Orientierungshilfen und damit auch das Interesse an den Faschismustheorien, die es seit knapp 100 Jahren gibt – seit dem ersten Emporkommen eines Faschismus in Italien. Bei den Faschismustheorien geht es um die Beschreibung und Erklärung des Faschismus als politische Ideologie und Bewegung, Herrschafts-, Organisations und Praxisform in der weltweiten kapitalistischen Moderne.
Faschismustheorien liefern noch keine direkte Anleitung zur Bekämpfung des Faschismus, sondern eher Sehhilfen und Werkzeuge, mit denen sich Erscheinungen der Extremen Rechten untersuchen, einordnen und vergleichen lassen. Bestenfalls helfen Faschismustheorien also dabei, eine Grundlage und einen Rahmen für die Entwicklung wirksamer antifaschistischer Strategien zu schaffen. Erschwert wird die Sache dadurch, dass der Faschismusbegriff wie kaum ein anderer Begriff durch inflationären polemischen Gebrauch entwertet wurde und wird – insbesondere von linker Seite.
Der Vortrag befasst sich mit der Rekonstruktion eines sinnvoll anwendbaren Faschismusbegriffs und der Vorstellung einiger der wichtigsten Stränge der Faschismustheorien. Stets wird gefragt, wie sich die historisch entstandenen Begriffe
und Modelle auf die Herausforderungen der heutigen Zeit beziehen lassen.

Mathias Wörsching ist Historiker und Politologe aus Berlin, betreibt die Internetseite faschismustheorie.de und wird 2017 ein Einführungsbuch zum Thema in der Reihe theorie.org des Schmetterling-Verlags veröffentlichen.

https://www.facebook.com/events/1804080399810154/

Beginn 19:30
Der Vortrag findet im Rahmen der Veranstaltungsreihe INTROS statt.
Veranstaltungsort: Hörsaal H 162 (ehemals H 2) im Department Heilpädagogik an der Humanwissenschaftlichen Fakultät.

INTROS – Zum gesellschaftskritischen Potential der Psychoanalyse – 13.12.2016

Am 13.12 findet die nächste Veranstaltung unserer INTROS-Reihe statt:

„An der Psychoanalyse ist nichts wahr als ihre Übertreibungen“ – Überlegungen zum gesellschaftskritischen Potential der Psychoanalyse (Votrag mit Dr. Daniel Burghardt)

„An der Psychoanalyse ist nichts wahr als ihre Übertreibungen“. Wenn Adorno mit dieser Einschätzung immer noch Recht haben sollte, dann ist die allgegenwärtige Rede von Kastrationsängsten und Penisneid keine Übertreibung, sondern vielmehr Symptom einer unkritischen Lesart der Psychoanalyse. Im Kontext Marxscher Theoriebildung möchte der Vortrag hingegen eine wenig thematisierte Perspektive auf die Psychoanalyse einnehmen. Zum Ausgangspunkt werden die Subjekttheorie Freuds und die Autoritarismus-Studien der Kritischen Theorie genommen, um vor den aktuellen Erscheinungsformen des konformistischen Populismus, das gesellschaftskritische Potential der Theorie des Unbewussten auszuloten.

Daniel Burghardt, Dr. phil. ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Bildungsphilosophie, Anthropologie und Pädagogik der Lebensspanne an der Universität zu Köln. Seine Arbeitsschwerpunkte sind: Erziehungs- und Bildungsphilosophie, Kritische Pädagogik und Psychoanalytische Pädagogik.


Beginn: 19:30h

Der Vortrag findet im Rahmen der Veranstaltungsreihe INTROS statt.
Veranstaltungsort: Hörsaal H 162 (ehemals H 2) im Department Heilpädagogik an der Humanwissenschaftlichen Fakultät.

Die Veranstaltung findet sich auch bei Facebook: https://www.facebook.com/events/1702222843431233/

„Ras(s)terungen.“ Ringvorlesung zu postkolonialen und rassismuskritischen Theorien und Gender.

Ringvorlesung an der Universität zu Köln im WS 16/17:

„Ras(s)terungen.“ Ringvorlesung zu postkolonialen und rassismuskritischen Theorien und Gender.

Eine Kooperation von GeStiK und dem Arbeitskreis race, class, gender in Forschung und Lehre.

Donnerstag 16.00-17.30 Uhr
Hörsaal H 113 im IBW Gebäude (Gebäude 211)

Bereits in den letzten beiden Semestern befassten sich die GeStiK-Ringvorlesungen mit Fragen von Gewalt, Diskriminierung, Ausgrenzung und Marginalisierung. In Kooperation mit dem Arbeitskreis race, gender, class in Forschung und Lehre widmet sich die Veranstaltung in diesem Semester dezidiert mit dem Konnex von Kolonialismus/Rassismus und Sexismus/Heteronormativität. In den Blick geraten sollen dabei nicht nur die Problematisierung von Wissens(chafts)diskursen und –verständnissen, sondern auch die Frage der Repräsentation – eine zentrale postkoloniale Frage. Neben einer Einführung in einerseits postkoloniale und rassismuskritische Theorien sowie andererseits die Verflechtung von „Rasse“ mit Geschlecht und Heteronormativität soll auch auf die Marginalisierung der Rolle von Schwarzen Akteurinnen/Akteurinnen of Color in sozialen Bewegungen und im Wissenschaftsbetrieb aufmerksam gemacht werden. Denn die nach wie vor stark eurozentrisch ausgerichteten Wissens(chafts)systeme, die ein „weiß-normatives Welt- und Menschenbild“ naturalisieren und perpetuieren, lassen sich nicht losgelöst vom akademischen Prekariat von Rassismuserfahrenden in Deutschland thematisieren. Eingeladen sind daher Schwarze Wissenschaftlerinnen/Wissenschaftlerinnen of Color bzw. Rassismuserfahrene aus ganz Deutschland, um in postkoloniale, rassismuskritische und intersektionale Theorieansätze aus deren Perspektive einzuführen und zugleich die Ambivalenz von strategischen Essentialismen und der Existenz einer „black theory“ zu diskutieren, die sich zwischen politischer Notwendigkeit und der Gefahr der Re-Essentialisierung bewegen. Spivak zufolge ist es das Ziel, ein Denken und Handeln außerhalb des essentialistischen Diskurses zu erreichen,  „[b]ut strategically we cannot“ (Spivak: The post-colonial critic, S. 11) – was dies heißt, wird Gegenstand der Vorträge und Diskussionen sein.

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Das aktuelle Programm zur Ringvorlesung steht hier zum Download zur Verfügung.

INTROS – Zwischen Bilderverbot & Grundriss – Zur kritischen Theorie der Utopie 24.11.16

Zwischen Bilderverbot & Grundriss – Zur kritischen Theorie der Utopie
 
500 Jahre nach dem Erscheinen der ‚Utopia‘ (1516) von Thomas Morus sind viele Inhalte dieser ersten Roman-Utopie längst nicht mehr utopisch:
Allgemeine Schulpflicht, gewählte Regierungen und Scheidungsrecht kommen mittlerweile durchaus auch in der Realität vor. Rückblickend erscheint Morus‘ literarische Utopie als Antizipation späterer Entwicklungen.
 
Nachdem der Begriff Utopie, der zunächst nur ein literarisches Genre bezeichnete, seit dem 19. Jahrhundert sowohl auf Siedlungsexperimente als auch auf ganze Gesellschaftstheorien übertragen wurde, stellt sich die
Frage nach dem Utopischen neu: Was leistet utopisches Denken in der kritischen Auseinandersetzung mit seiner jeweiligen Gegenwart?
 
Neben einer Ideengeschichte der Formen utopischen Denkens wird es im Vortrag daher vor allem um mögliche Funktionen von Utopiebewusstsein gehen. Als Ausdruck von Bestrebungen und Kritik am Bestehenden, als Möglichkeitssinn, Motivation sozialer Bewegungen und Artikulation von Bedürfnissen wird Utopie zu einer Denkfigur kritischer Theorien.
 
Kann kritisch-utopisches Denken heute ein Korrektiv sein gegen
ideologisch-nostalgische Volkstümelei? Wie wäre das Prinzip Hoffnung gegen das Prinzip (Absiegs-)Angst in Stellung zu bringen? Wie lässt sich die Reichweite und Beschränktheit utopischen Denkens bestimmen? Darüber wird an diesem Abend vorgetragen und beraten werden.
 
Dr. Alexander Neupert-Doppler studierte Philosophie, Geschichte und Politik in Osnabrück, wo er 2013 mit einer zur Kritik des Staatsfetischismus promoviert wurde. 2015 folgte der Band Utopie – Vom Roman zur Denkfigur.
Neupert-Doppler arbeitet als Bildungsreferent für die Sozialistische ugend in Hannover und lehrt Gesellschaftstheorie an der Universität Gießen.
 
0001
Der Vortrag findet im Rahmen der Veranstaltungsreihe INTROS statt.
Veranstaltungsort: Hörsaal H 162 (ehemals H 2) im Department Heilpädagogik an der Humanwissenschaftlichen Fakultät.
https://www.facebook.com/events/950395005088789/

INTROS – Einführung in feministische Theorie und Gesellschaftskritik – 26.10.16

INTROS – Einführung in feministische Theorie und Gesellschaftskritik

Kritik an den Geschlechterverhältnissen und utopische Entwürfe emanzipierter Geschlechterverhältnisse sind so alt wie die Kritik an der bürgerlich-kapitalistischen Gesellschaft. Noch vor Marx und Engels, schon bei den FrühsozialistInnen, finden sich Kritik an patriarchaler Unterdrückung und Befreiungsvisionen, die neben ökonomischen Dimensionen auch die zwischenmenschlichen Beziehungen einschließen. Der Übergang vom 19. zum 20. Jahrhundert sieht eine erste Welle von Frauenbewegungen, der ab den späten 1960er Jahren eine zweite folgt. Zugleich ist der Status feministischer Kritik häufig ein prekärer: Dogmatischen Marxist_innen galt (und gilt) die „Frauenfrage“ etwa als „Nebenwiderspruch“; Geschlechterforschung wird heute im Feuilleton nicht selten als „unwissenschaftliche Ideologie“ verunglimpft.
Der Vortrag möchte einen Überblick über Bewegungen und Theorien vermitteln, die sich kritisch mit Geschlechterverhältnissen auseinandergesetzt haben und auseinandersetzen. Dabei wird es um (Haus-)Arbeit ebenso gehen wie um Geschlechtsidentitäten, Liebe und Sexualität.

Zur Referentin: Barbara Umrath war lange Jahre in feministischen Projekten in Deutschland und Mexiko aktiv. Sie ist wissenschaftliche Mitarbeiterin an der TH Köln und arbeitet an einer Promotion zu Geschlecht und Kritischer Theorie.

Veranstaltungsbeginn: 19:30h0001
Der Vortrag findet im Rahmen der Veranstaltungsreihe INTROS statt.
Veranstaltungsort: Hörsaal H 162 (ehemals H 2) im Department Heilpädagogik an der Humanwissenschaftlichen Fakultät.

Informationen zu den weiteren Veranstaltungen der Reihe folgen in Kürze.

https://www.facebook.com/events/617676381736481/

 

Öffnungszeiten und Plenartermine in den Semesterferien

In den Semesterferien wird das Plenum nur alle zwei Wochen stattfinden. Die gesetzten Termine sind wie folgt: 20.07., 03.08., 17.08., 31.08., 14.09., 28.09., 05.10.

 

Die Öffnungszeiten des Büros in den Semesterferien sind Mittwoch Nachmittags nach Absprache und Freitag nach Absprache.

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