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INTROS – Zwischen Bilderverbot & Grundriss – Zur kritischen Theorie der Utopie 24.11.16

Zwischen Bilderverbot & Grundriss – Zur kritischen Theorie der Utopie
 
500 Jahre nach dem Erscheinen der ‚Utopia‘ (1516) von Thomas Morus sind viele Inhalte dieser ersten Roman-Utopie längst nicht mehr utopisch:
Allgemeine Schulpflicht, gewählte Regierungen und Scheidungsrecht kommen mittlerweile durchaus auch in der Realität vor. Rückblickend erscheint Morus‘ literarische Utopie als Antizipation späterer Entwicklungen.
 
Nachdem der Begriff Utopie, der zunächst nur ein literarisches Genre bezeichnete, seit dem 19. Jahrhundert sowohl auf Siedlungsexperimente als auch auf ganze Gesellschaftstheorien übertragen wurde, stellt sich die
Frage nach dem Utopischen neu: Was leistet utopisches Denken in der kritischen Auseinandersetzung mit seiner jeweiligen Gegenwart?
 
Neben einer Ideengeschichte der Formen utopischen Denkens wird es im Vortrag daher vor allem um mögliche Funktionen von Utopiebewusstsein gehen. Als Ausdruck von Bestrebungen und Kritik am Bestehenden, als Möglichkeitssinn, Motivation sozialer Bewegungen und Artikulation von Bedürfnissen wird Utopie zu einer Denkfigur kritischer Theorien.
 
Kann kritisch-utopisches Denken heute ein Korrektiv sein gegen
ideologisch-nostalgische Volkstümelei? Wie wäre das Prinzip Hoffnung gegen das Prinzip (Absiegs-)Angst in Stellung zu bringen? Wie lässt sich die Reichweite und Beschränktheit utopischen Denkens bestimmen? Darüber wird an diesem Abend vorgetragen und beraten werden.
 
Dr. Alexander Neupert-Doppler studierte Philosophie, Geschichte und Politik in Osnabrück, wo er 2013 mit einer zur Kritik des Staatsfetischismus promoviert wurde. 2015 folgte der Band Utopie – Vom Roman zur Denkfigur.
Neupert-Doppler arbeitet als Bildungsreferent für die Sozialistische ugend in Hannover und lehrt Gesellschaftstheorie an der Universität Gießen.
 
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Der Vortrag findet im Rahmen der Veranstaltungsreihe INTROS statt.
Veranstaltungsort: Hörsaal H 162 (ehemals H 2) im Department Heilpädagogik an der Humanwissenschaftlichen Fakultät.
https://www.facebook.com/events/950395005088789/