INTROS – Zum gesellschaftskritischen Potential der Psychoanalyse – 13.12.2016

Am 13.12 findet die nächste Veranstaltung unserer INTROS-Reihe statt:

„An der Psychoanalyse ist nichts wahr als ihre Übertreibungen“ – Überlegungen zum gesellschaftskritischen Potential der Psychoanalyse (Votrag mit Dr. Daniel Burghardt)

„An der Psychoanalyse ist nichts wahr als ihre Übertreibungen“. Wenn Adorno mit dieser Einschätzung immer noch Recht haben sollte, dann ist die allgegenwärtige Rede von Kastrationsängsten und Penisneid keine Übertreibung, sondern vielmehr Symptom einer unkritischen Lesart der Psychoanalyse. Im Kontext Marxscher Theoriebildung möchte der Vortrag hingegen eine wenig thematisierte Perspektive auf die Psychoanalyse einnehmen. Zum Ausgangspunkt werden die Subjekttheorie Freuds und die Autoritarismus-Studien der Kritischen Theorie genommen, um vor den aktuellen Erscheinungsformen des konformistischen Populismus, das gesellschaftskritische Potential der Theorie des Unbewussten auszuloten.

Daniel Burghardt, Dr. phil. ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Bildungsphilosophie, Anthropologie und Pädagogik der Lebensspanne an der Universität zu Köln. Seine Arbeitsschwerpunkte sind: Erziehungs- und Bildungsphilosophie, Kritische Pädagogik und Psychoanalytische Pädagogik.


Beginn: 19:30h

Der Vortrag findet im Rahmen der Veranstaltungsreihe INTROS statt.
Veranstaltungsort: Hörsaal H 162 (ehemals H 2) im Department Heilpädagogik an der Humanwissenschaftlichen Fakultät.

Die Veranstaltung findet sich auch bei Facebook: https://www.facebook.com/events/1702222843431233/

„Ras(s)terungen.“ Ringvorlesung zu postkolonialen und rassismuskritischen Theorien und Gender.

Ringvorlesung an der Universität zu Köln im WS 16/17:

„Ras(s)terungen.“ Ringvorlesung zu postkolonialen und rassismuskritischen Theorien und Gender.

Eine Kooperation von GeStiK und dem Arbeitskreis race, class, gender in Forschung und Lehre.

Donnerstag 16.00-17.30 Uhr
Hörsaal H 113 im IBW Gebäude (Gebäude 211)

Bereits in den letzten beiden Semestern befassten sich die GeStiK-Ringvorlesungen mit Fragen von Gewalt, Diskriminierung, Ausgrenzung und Marginalisierung. In Kooperation mit dem Arbeitskreis race, gender, class in Forschung und Lehre widmet sich die Veranstaltung in diesem Semester dezidiert mit dem Konnex von Kolonialismus/Rassismus und Sexismus/Heteronormativität. In den Blick geraten sollen dabei nicht nur die Problematisierung von Wissens(chafts)diskursen und –verständnissen, sondern auch die Frage der Repräsentation – eine zentrale postkoloniale Frage. Neben einer Einführung in einerseits postkoloniale und rassismuskritische Theorien sowie andererseits die Verflechtung von „Rasse“ mit Geschlecht und Heteronormativität soll auch auf die Marginalisierung der Rolle von Schwarzen Akteurinnen/Akteurinnen of Color in sozialen Bewegungen und im Wissenschaftsbetrieb aufmerksam gemacht werden. Denn die nach wie vor stark eurozentrisch ausgerichteten Wissens(chafts)systeme, die ein „weiß-normatives Welt- und Menschenbild“ naturalisieren und perpetuieren, lassen sich nicht losgelöst vom akademischen Prekariat von Rassismuserfahrenden in Deutschland thematisieren. Eingeladen sind daher Schwarze Wissenschaftlerinnen/Wissenschaftlerinnen of Color bzw. Rassismuserfahrene aus ganz Deutschland, um in postkoloniale, rassismuskritische und intersektionale Theorieansätze aus deren Perspektive einzuführen und zugleich die Ambivalenz von strategischen Essentialismen und der Existenz einer „black theory“ zu diskutieren, die sich zwischen politischer Notwendigkeit und der Gefahr der Re-Essentialisierung bewegen. Spivak zufolge ist es das Ziel, ein Denken und Handeln außerhalb des essentialistischen Diskurses zu erreichen,  „[b]ut strategically we cannot“ (Spivak: The post-colonial critic, S. 11) – was dies heißt, wird Gegenstand der Vorträge und Diskussionen sein.

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Das aktuelle Programm zur Ringvorlesung steht hier zum Download zur Verfügung.

INTROS – Zwischen Bilderverbot & Grundriss – Zur kritischen Theorie der Utopie 24.11.16

Zwischen Bilderverbot & Grundriss – Zur kritischen Theorie der Utopie
 
500 Jahre nach dem Erscheinen der ‚Utopia‘ (1516) von Thomas Morus sind viele Inhalte dieser ersten Roman-Utopie längst nicht mehr utopisch:
Allgemeine Schulpflicht, gewählte Regierungen und Scheidungsrecht kommen mittlerweile durchaus auch in der Realität vor. Rückblickend erscheint Morus‘ literarische Utopie als Antizipation späterer Entwicklungen.
 
Nachdem der Begriff Utopie, der zunächst nur ein literarisches Genre bezeichnete, seit dem 19. Jahrhundert sowohl auf Siedlungsexperimente als auch auf ganze Gesellschaftstheorien übertragen wurde, stellt sich die
Frage nach dem Utopischen neu: Was leistet utopisches Denken in der kritischen Auseinandersetzung mit seiner jeweiligen Gegenwart?
 
Neben einer Ideengeschichte der Formen utopischen Denkens wird es im Vortrag daher vor allem um mögliche Funktionen von Utopiebewusstsein gehen. Als Ausdruck von Bestrebungen und Kritik am Bestehenden, als Möglichkeitssinn, Motivation sozialer Bewegungen und Artikulation von Bedürfnissen wird Utopie zu einer Denkfigur kritischer Theorien.
 
Kann kritisch-utopisches Denken heute ein Korrektiv sein gegen
ideologisch-nostalgische Volkstümelei? Wie wäre das Prinzip Hoffnung gegen das Prinzip (Absiegs-)Angst in Stellung zu bringen? Wie lässt sich die Reichweite und Beschränktheit utopischen Denkens bestimmen? Darüber wird an diesem Abend vorgetragen und beraten werden.
 
Dr. Alexander Neupert-Doppler studierte Philosophie, Geschichte und Politik in Osnabrück, wo er 2013 mit einer zur Kritik des Staatsfetischismus promoviert wurde. 2015 folgte der Band Utopie – Vom Roman zur Denkfigur.
Neupert-Doppler arbeitet als Bildungsreferent für die Sozialistische ugend in Hannover und lehrt Gesellschaftstheorie an der Universität Gießen.
 
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Der Vortrag findet im Rahmen der Veranstaltungsreihe INTROS statt.
Veranstaltungsort: Hörsaal H 162 (ehemals H 2) im Department Heilpädagogik an der Humanwissenschaftlichen Fakultät.
https://www.facebook.com/events/950395005088789/

INTROS – Einführung in feministische Theorie und Gesellschaftskritik – 26.10.16

INTROS – Einführung in feministische Theorie und Gesellschaftskritik

Kritik an den Geschlechterverhältnissen und utopische Entwürfe emanzipierter Geschlechterverhältnisse sind so alt wie die Kritik an der bürgerlich-kapitalistischen Gesellschaft. Noch vor Marx und Engels, schon bei den FrühsozialistInnen, finden sich Kritik an patriarchaler Unterdrückung und Befreiungsvisionen, die neben ökonomischen Dimensionen auch die zwischenmenschlichen Beziehungen einschließen. Der Übergang vom 19. zum 20. Jahrhundert sieht eine erste Welle von Frauenbewegungen, der ab den späten 1960er Jahren eine zweite folgt. Zugleich ist der Status feministischer Kritik häufig ein prekärer: Dogmatischen Marxist_innen galt (und gilt) die „Frauenfrage“ etwa als „Nebenwiderspruch“; Geschlechterforschung wird heute im Feuilleton nicht selten als „unwissenschaftliche Ideologie“ verunglimpft.
Der Vortrag möchte einen Überblick über Bewegungen und Theorien vermitteln, die sich kritisch mit Geschlechterverhältnissen auseinandergesetzt haben und auseinandersetzen. Dabei wird es um (Haus-)Arbeit ebenso gehen wie um Geschlechtsidentitäten, Liebe und Sexualität.

Zur Referentin: Barbara Umrath war lange Jahre in feministischen Projekten in Deutschland und Mexiko aktiv. Sie ist wissenschaftliche Mitarbeiterin an der TH Köln und arbeitet an einer Promotion zu Geschlecht und Kritischer Theorie.

Veranstaltungsbeginn: 19:30h0001
Der Vortrag findet im Rahmen der Veranstaltungsreihe INTROS statt.
Veranstaltungsort: Hörsaal H 162 (ehemals H 2) im Department Heilpädagogik an der Humanwissenschaftlichen Fakultät.

Informationen zu den weiteren Veranstaltungen der Reihe folgen in Kürze.

https://www.facebook.com/events/617676381736481/

 

Öffnungszeiten und Plenartermine in den Semesterferien

In den Semesterferien wird das Plenum nur alle zwei Wochen stattfinden. Die gesetzten Termine sind wie folgt: 20.07., 03.08., 17.08., 31.08., 14.09., 28.09., 05.10.

 

Die Öffnungszeiten des Büros in den Semesterferien sind Mittwoch Nachmittags nach Absprache und Freitag nach Absprache.

16.07.16 Kritische Theorie und Emanzipation – Ein einführendes Lektüreseminar

Liebe Freundinnen und Freunde,

am 16.07.16 veranstalten wir folgendes Tagesseminar, zu dem wir Euch herzlich einladen:

 

Kritische Theorie und Emanzipation – Ein einführendes Lektüreseminar

Mitmachen wollte ich nie…“ mit diesem Ausspruch brachte Leo Löwenthal treffend das fundamentale Misstrauen zum Ausdruck, mit dem kritische Theorie der gegenwärtigen Gesellschaft begegnet. Ist dies doch eine Gesellschaft, die den Menschen einzig und allein als disponible Größe zur Auspressung von Mehrwert kennt und die ihr Anderes, Natur, rein als Gegenstand einer krämerseligen Vorstellung von Nützlichkeit betrachtet. Diese Verhältnisse, in denen Mensch und Natur gleichermaßen erniedrigte und geknechtete, verächtliche und verlassene Wesen sind, umzustürzen, steht im Zentrum aller Anstrengung von kritischer Theorie. Und insofern begreift sie sich auch als die theoretische Seite der Befreiung der Menschheit aus Ohnmacht und Gewalt.

Das ist allein möglich, weil kritische Theorie die Menschen als die Produzenten ihrer gesamten gesellschaftlichen Lebensformen begreift, Gesellschaft also als allein durch menschliche Tätigkeit geworden und deshalb auch als fundamental veränderbar versteht. In dieser grundsätzlichen historisch-materialistischen Weise knüpft kritische Theorie an ihre Begründer, Karl Marx und Friedrich Engels, an, geht zugleich aber über sie hinaus. Der Vorstellung etwa von der grundstürzenden Macht des Proletariats, wesentliche Hoffnung noch bei Marx und Engels, begegnet sie äußerst reserviert. Der Stalinsche Terror zum einen, die Ermordung der Juden in Europa zum anderen bilden den Hintergrund dieser skeptischen Haltung. Sie markiert aber keinen Bruch, sondern bezeugt nur das Selbstreflexivwerden kritischer Theorie. In anderen Worten ist die bürgerliche Gesellschaft ohne Marx nicht zu begreifen; mit Marx allein aber ist sie es ebenso wenig.

Diese Wendung fand ihre Zuspitzung in der von Max Horkheimer und Theodor W. Adorno gemeinsam verfassten ‚Dialektik der Aufklärung’, in der nun nicht mehr die kapitalistische Produktionsweise allein Gegenstand der Kritik ist, sondern die abendländische Kultur insgesamt. Damit aber – und das macht die Aktualität dieses Denkens aus – ist die Möglichkeit eröffnet, herauszutreten aus der immer noch selbstverschuldeten Unmündigkeit in ein ‚Reich der Freiheit’, in dem, so Adorno, die Gewalt gegen Mensch und Natur gleichermaßen endlich aufhören.

Im Rahmen des Tagesseminars werden wir ausgehend von „ein paar Thesen“ Adornos „über das Unterscheidende der kritischen Theorie nicht nur von der traditionellen sondern auch von der Marxischen“ eine erste Spezifikation der kritischen Theorie vornehmen. Im Anschluss möchten wir in Form von Textarbeit weiter über zentrale Aspekte der kritischen Theorie diskutieren.
Sowohl Auszüge aus dem ‚Manifest der kommunistischen Partei’ von Marx und Engels als auch Abschnitte aus ‚Geschichte und Klassenbewußtsein’ von Georg Lukács werden dabei zum Thema. Ferner werden die Aufsätze ‚Spätkapitalismus oder Industriegesellschaft’ und ‚Zum Verhältnis von Soziologie und Psychologie’ von Adorno gemeinsam besprochen.

Zu den Teamern:
Marc Jacobsen hat Soziologie an der Universität Bielefeld studiert und promoviert zurzeit zum Thema „Antisemitismus in der Weltgesellschaft“ an der Universität Bonn.

Dirk Lehmann hat in Duisburg, Berlin und Bielefeld Soziologie studiert und arbeitet gegenwärtig an einer Monographie über die Entstehung und Entwicklung der kritischen Theorie. Er ist Lehrbeauftragter der Fakultät für Erziehungswissenschaft an der Universität Bielefeld und veröffentlicht unregelmäßig in „Kritiknetz – Zeitschrift für Kritische Theorie der Gesellschaft“.

Florian Röhrbein studiert Soziologie an der Universität Bielefeld und arbeitet als wissenschaftliche Hilfskraft im Bereich qualitativer Sozialforschung. Derzeit beschäftigt er sich mit Ideologie- und Subjektkritik aus der Perspektive einer psychoanalytischen Sozialpsychologie und gibt ab und an Einführungsseminare zu einer materialistischen Kritik des Antisemitismus.

2014 haben die Teamer den Band „Kritische Theorie und Emanzipation“ im Verlag Königshausen & Neumann herausgegeben.

Aus organisatorischen Gründen bitten wir um vorherige Anmeldung unter stavv-kontakt@uni-koeln.de . Nach der Anmeldung stellen wir Euch gerne die Texte und die Lektüreleitfragen zum Seminar zur Verfügung. Die Teilnahme ist kostenlos.

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https://www.facebook.com/events/1766205863620785/

Stellenausschreibung

WIR SUCHEN DICH FÜR DIE MITARBEIT IM TEAM DER STUDIERENDENVERTRETUNG DER HUMANWISSENSCHAFTLICHEN FAKULTÄT

 

Der StAVV, die Studierendenvertretung an der HumFak, ist das demokratische Gremium zur Vertretung studentischer Interessen. Wir setzen uns für eine basisdemokratische Struktur, den inklusiven Grundgedanken sowie eine kritische Bildung ein. Dazu koordinieren und unterstützen wir viele verschiedene Bereiche auf vielfältige Weise. Dazu gehört: Die Vernetzung und Koordinierung von Fachschafts- und Gremienarbeit an der Fakultät. Das Anbieten und Fördern von Workshops, Vorträgen und Diskussionen zu verschiedensten Themen, die eine Relevanz für die Studierendenschaft und Gesellschaft tragen sowie Teilhabe an verschiedenen politischen Prozessen an der Universität.

 

Zur Ergänzung unseres Teams suchen wir eine*n neue Mitarbeiter*in, die*der sich für diese Themengebiete interessiert und daran aktiv mitschaffen möchte. Neben der Beschäftigung mit den oben genannten Bereichen gehören insbesondere spezifische Aufgaben:

 

Deine Aufgaben umfassen:

  • Organisation kreativer Aktionen für Studierende (Sommerfest, Esi-Frühstück, Spontane Aktionen)
  • PR- und Außenwirksamkeits-Arbeit
  • Planung und Entwicklung verschiedener (neuer) Informationsmedien
  • Administrative Tätigkeiten, Unterstützung der Veranstaltungsorganisation
  • Unterstützung beim Ausbau des Netzwerks mit Fachschaften und anderen Gruppen/Instanzen.

 

Außerdem solltest du mitbringen:

  • Selbstständiges Arbeiten
  • Teamfähigkeit
  • Offenheit
  • Zuverlässigkeit
  • Interesse und Motivation (insbesondere an hochschulpolitischen und gesellschaftspolitischen Themen)
  • Optional Kenntnisse über verschiedene Graphik-Design und/oder Layout-Programme

 

Die Arbeit wird mit 9€/Stunde über Honorarkraftbasis vergütet. Der Arbeitsumfang beträgt 6 Stunden in der Woche. Der Arbeitsvertrag läuft zunächst über 6 Monate, kann aber verlängert werden.

 

Du fühlst dich angesprochen!? Dann schicke uns bitte einen Lebenslauf mit deinen Kontaktdaten. Bitte beschreibe auch kurz in deiner Mail wer du bist und was dich motiviert diese Tätigkeit(en) auszuüben. Die Mailadresse ist stavv-kontakt@uni-koeln.de. Eingangsfrist ist der 15. Juli.

 

Wir freuen uns auf deine Bewerbung!

Moderne Hexereivorstellungen, Hexenjagden und der sekundäre Okkultismus – Tagesseminar mit Felix Riedel am 25.06

Am 25. Juni veranstalten wir zusammen mit Dr. Felix Riedel ein Tagesseminar, zu dem wir Euch herzlich einladen!

Moderne Hexereivorstellungen, Hexenjagden und der sekundäre Okkultismus

 

Religiöse Körperkonzepte befinden sich global in einem Konkurrenzkampf mit aufklärerischen biomedizinischen [1] und psychosomatischen Modellen. Spezifikum der sekundären okkultistischen Bewegungen im Westen (v.a. Homöopathie, Anthroposophie, Neoschamanismus, Astrologie, islamischer Spiritualismus) ist, dass sie den bereits erreichten naturwissenschaftlichen Fortschritt widerrufen. An den Peripherien der Industriegesellschaften treffen Biomedizin und sekundärer Okkultismus gleichermaßen auf traditionelle Körper-Geist-Konzepte. Die entstehenden Missverständnisse und Mischformen haben drastische Auswirkungen auf die Epidemiologie, aber auch auf die gesellschaftlichen Prozesse in diesen Staaten. Die Ausbreitung der evangelikalen Strömungen im Trikont hat kaum zu überschätzende Folgen für Politik und Bildung. Ihre wichtigste Strategie ist die Wunderheilung, die meist mit einem Exorzismus von Dämonen und Hexen einhergeht. Wo staatliche Gewaltmonopole absent sind und geringe Legitimität genießen, entstehen leicht Hexenjagden. Ökonomische Disparitäten werden rasch magisiert: als realer Ritualmord zur Reichtumsgewinnung und als Ritualmordlegende zur Erklärung von Reichtum.

Der Workshop führt in die Phänomene Sekundärer Okkultismus und Hexereivorstellungen ein. An den ideologischen Formen wird die Wechselwirkung von Sein und Bewusstsein augenfällig, die herkömmlichen positivistischen Ableitungsmarxismus („Das Sein bestimmt das Bewusstsein“) hinterfragt, um differenzierte Modelle der Kritischen Theorie auszuarbeiten. Die Dialektik der Aufklärung wird von den aktuellen Stilblüten von Ideologieproduktion in der unfreien Gesellschaft bestätigt. Für die Vorbereitung empfohlen wird die Lektüre von Adornos „Aberglaube aus zweiter Hand“ sowie die eigenständige Recherche zu einer Strömung des modernen Okkultismus (z.B. Aurafotographie, Geomantie/Heilsteine, Quantenmedizin, Homöopathie), idealiter mit dem Ergebnis eines eigenständigen Kurzreferates (5-15 Minuten).

Dr. Felix Riedel ist freischaffender Ethnologe. Er hat über „Hexenjagd und Aufklärung in Ghana“ promoviert und leitet die Organisation „Hilfe für Hexenjagdflüchtlinge“. Sein Blog „Nichtidentisches“ und seine wissenschaftlichen und journalistischen Publikationen verbinden die Religionskritik und Ideologiekritik der Kritischen Theorie mit ethnographischer Empirie.

[1]  Biologisch fundierte, naturwissenschaftliche Medizin, wie sie an den Universitäten gelehrt wird.

Für die Teilnahme am Seminar ist eine seperate Anmeldung erforderlich. Einfach eine E-Mail mit dem Betreff „Seminar Hexenjagden“ an stavv-kontakt@uni-koeln.de schicken.

 

Hier der genaue Ablaufplan:

Tagesseminar_Hexenjagden_Köln

 

https://www.facebook.com/events/1623843257942647/

Angekündigte Stellungnahme zur Absage des Workshops „Anal verkehren“

2016 05 13 Stellungnahme StAVV Workshop sexuelle Praktiken

Absage des Workshops „Anal verkehren -ein Workshop für Arschficker_Innen und die, die es vielleicht werden wollen-”

Sehr geehrte Leser*innen der Workshop-Ankündigung zu „Anal verkehren -ein Workshop für Arschficker_Innen und die, die es vielleicht werden wollen-”,

sehr geehrte Universitäts- und Fakultätsangehörige,

sehr geehrte Interessierte,

liebe Freund*innen des StAVV

 

Als Studierendenvertretung haben wir uns dazu entschlossen den oben genannten Workshop nicht stattfinden zu lassen. Hierzu werden wir in Kürze eine ausführliche Stellungnahme veröffentlichen.

Viele Grüße

Euer StAVV

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